




Warum Interkulturell?
„Interkulturalität ist ein interdisziplinäres Konzept, das Bedingungen und Möglichkeiten eines Austausches zwischen Kulturen auslotet mit den Zielen der Verständigung, des wechselseitigen Verstehens und gegenseitiger, Unterschiede wahrender Anerkennung!“ (Brockhaus, Enzyklopädie 13, Hurs-Jem, S. 392)
Interkulturalität wird von uns nicht als ein politischer Begriff der gelebten und aufgezwungenen Integration verstanden, auch nicht als eine Schönschreibung des kulturell vielfältigen Umgangs, der sich auf Essens- und Musikaustausch beschränkt. Wir verwenden den Begriff der Interkulturalität als Verdeutlichung unserer Arbeitsweise. Interkulturalität gibt uns vor, antidiskriminierend und vorurteilsfrei marginalisierten und sozial benachteiligten Personen zu begegnen. Ethnische, soziale und religiöse Unterschiede sind für uns wichtige Ressourcen, mit denen wir auf der operativen Ebene konkrete Projekte zur Wahrung der Menschenrechte umzusetzen versuchen. Menschen, die die Medienwerkstatt nutzen, sollen selbstbestimmt ihre Ideen und Wünsche einbringen und realisieren können. Somit beinhaltet Interkulturalität die Entstehung von Neuem im Austauschen von Erfahrungen, Know-how und Wissen. Eine damit einhergehende Integration* beruht auf freiwilliger Beteiligung und nicht auf Anpassung an eine sich hegemonial verstehende Mehrheitsgesellschaft.
Interkulturalität geht davon aus, dass es keine totale Reinheit einer Kultur gibt.
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* Mit Integration sind hier die beidseitigen Bemühungen einer Aufnahmegesellschaft und der Gruppe der EinwanderInnen gemeint, die durch Austausch von Wissen und Know-how an einem gemeinsamen Miteinander arbeiten. Es sei hier erwähnt, dass aus meiner Sicht die Personen, die in ein Land einwandern, durch die Aufgabe ihres „alten“ Lebens bereits den größeren Schritt der am Integraionsvorgang Beteiligten geleistet haben, somit hängt eine gelungene Integration zum überwiegenden Anteil von der Offenheit und Willigkeit der Aufnahmegesellschaft ab.