




Vorgestern haben wir Araba Evelyn Johnston-Arthur mit ihrem Workshop "Politischer Antirassismus" bei uns begrüßen können, und alle TeilnehmerInnen (insgesamt waren wir zu neunt) hat es sehr interessiert.
Araba hat einen kurzen historischen Abriß dieses Zugangs in Österreich, eine Abgrenzung von einem bloß "moralischen" Antirassismus, und einige wichtige TheoretikerInnen und Konzepte präsentiert.
Für alle TeilnehmerInnen nochmal hier ein Fotoprotokoll der Flipcharts vom Workshop.

Am Montag, 21. September findet von 14.00 bis 20.00 Uhr bei Pangea ein Workshop Politischer Antirassismus statt. Dabei handelt es sich um eine Veranstaltung im Rahmen der KUPF-Kampagne "Kulturarbeit muss zumutbar sein". Der Workshop findet auch in Bad Ischl und Steyr statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, Anmeldung bitte an pangea@servus.at.
Zum Inhalt
Das Problem des Rassismus beschränkt sich nicht auf die Tatsache, dass weiße Menschen eine "falsche Vorstellung" von Menschen anderer Hautfarbe hätten und sich ihnen gegenüber diskriminierend verhalten. Oder mit ihrem (Wahl-)Verhalten den Erfolg von Parteien wie der FPÖ garantieren. Rassismus ist auch und vor allem ein gesellschaftlicher Mechanismus, der für eine Aufteilung von Macht und Rechten sorgt, die die Angehörigen der Mehrheitsbevölkerung privilegiert -- auf Kosten der anderen. Er äußert sich auf vielfältige Weise: in den Fremdengesetzen, im Ausschluss bzw. der Unterrepräsentation von MigrantInnen von/in politischen Entscheidungsstrukturen bis hin zu einem polizeilichem Handeln, das für schwarze Menschen in Österreich lebensbedrohlich ist. Diese Ebene der strukturellen und institutionalisierten Verankerung von Rassismus stellt der "politische Antirassismus" in den Vordergrund seiner Theorie und Praxis.
PANGEA unterstützt das spontan nach den Polizeiübergriffen am 1. Mai 2009 in Linz entstandene Bündnis gegen Polizeigewalt. Besonders wichtig ist uns zu thematisieren, dass MigrantInnen überdruchschnittlich von Polizeiübergriffen betroffen sind, wie der unlängst veröffentliche Bericht "Österreich: Opfer oder Verdächtige - Eine Frage der Hautfarbe. Rassistische Diskriminierung im österreichischen Polizei- und Justizsystem" von amnesty international zeigt. Hier sind dringend wirksame Maßnahmen gefordert!
Aktuelle Informationen zum Linzer Bündnis gegen Polizeigewalt finden sich unter http://gegenpolizeigewalt.servus.at/
Bündnistext:
Gegen Polizeigewalt und für Demonstrationsfreiheit
Bündnis gegen Polizeigewalt verurteilt den unverhältnismäßigen Polizeieinsatz am 1.Mai
Mit Bestürzung und Fassungslosigkeit haben wir am 1. Mai 2009 zur Kenntnis nehmen müssen, dass die von den Behörden genehmigte alternative Maidemonstration von der Linzer Polizei verhindert und zerschlagen worden ist.
Das Demonstrationsrecht ist ein Verfassungsrecht und ein wesentlicher Eckpfeiler unserer Demokratie. Ein Verstoß gegen dass Vermummungsverbot, also eine Verwaltungsübertretung, löste laut Polizei ein Einschreiten aus. Allerdings ist wie auf zahlreichen Fotos und Videos zweifelsfrei festgestellt werden kann, von Beginn bis zum Ende der Einkesselung keine vermummte Person zu sehen. Warum die Exekutive nach wie vor das Gegenteil behauptet, ist uns ein Rätsel. Und selbst wenn anfangs vereinzelt Menschen vermummt gewesen wären kann dies ein so hartes Einschreiten - auch gegen jene, die schlichten wollten - nicht rechtfertigen.